Wiener Zeitung.at 23.12.2011
Es ist so selbstverständlich, dass man darüber kaum noch nachdenkt: am Vorabend des 25. Dezember feiert man hierzulande Weihnachten. Dabei hatte dieses Datum ursprünglich gar nichts mit der christlichen Religion zu tun. Der 25. Dezember wurde vielmehr von Julius Cäsar als Tag der Wintersonnenwende eingeführt, also als kürzester Tag des Jahres. Religiöse Bedeutung erhielt dieses Datum erst später, als römische Kaiser das Fest des römischen Sonnengottes Sol invictus am 25. Dezember ansetzen.
Sol, die vergöttlichte Sonne, die das Licht brachte und der nichts verborgen blieb, wurde von den Römern schon früh als eine Gottheit verehrt. Als in Rom die ersten Kaiser regierten, erhielt Sol auch die Aufgabe, die Herrscher Roms vor Unheil zu schützen.
Der Kult der vergöttlichten Sonne war aber nicht nur im Westen des römischen Reiches populär, sondern auch im Osten: dort wurden eigene Sonnengottheiten verehrt, wie etwa Elagabal in der syrischen Stadt Emesa. Im 3. Jh. n. Chr. wurde einer der Elagabal-Priester sogar römischer Kaiser und machte den östlichen Sonnenkult zur Staatsreligion.
Die nachfolgenden römischen Kaiser hielten am Sonnenkult fest, allerdings wieder in der urrömischen Form des Sol invictus. Kaiser Aurelian machte diesen Kult schließlich zur Staatsreligion und betrachtete den Sonnengott als seinen persönlichen Schutzpatron: Sol wurde damals als conservator Augusti, also als Bewahrer des Kaisers bezeichnet. Als Hauptgott des Römischen Reiches erhielt er einen eigenen Tempel in Rom, wo er alle vier Jahre mit einem großen Fest geehrt wurde.
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