Samstag, 10. September 2011

Zehn Jahre 9/11 und die Religion Glaube und die Saat des Bösen

sueddeutsche.de 06.09.2011  

Nach den Anschlägen in New York 2001 wurde die Angst vor dem Terror zu einer Angst vor dem Islam insgesamt. Es manifestierte sich ein Generalverdacht, der später auch gegen andere Religionen gerichtet war. Doch dieses Misstrauen ist fehlgeleitet.

Im Jahr 2006 strahlte das britische Fernsehen eine Dokumentationsreihe aus. Sie hieß "The Root of All Evil", Moderator war der Religionskritiker Richard Dawkins. Die Serie wurde in den britischen Medien offensiv beworben mit einer Anzeige, in der die Skyline von Manhattan zu sehen war, darunter stand: "Stellen Sie sich eine Welt ohne Religion vor!" Vorstellen mussten sich die Menschen nicht viel, denn die Türme des World Trade Centers waren auf diesem Bild deutlich zu sehen. Die Welt geriet aus den Fugen an diesem 11. September 2001 - zum einen wegen des Ereignisses, das derart monströs war, dass es sich bis dahin kaum einer hatte vorstellen können. Zum anderen aber, weil der Feind nicht greifbar zu sein schien. Die CIA zog später in einem Memo den Vergleich, dass man es während des Kalten Krieges mit einem Dinosaurier zu tun gehabt hätte - und nun im Dschungel in ein tiefes Loch mit gefährlichen Tieren gefallen sei.

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