Samstag, 10. September 2011

Eine Religion unter Verdacht

frankenpost.de 10.09.2011

Nach den Anschlägen in New York ändert sich für viele Muslime der Alltag. Ein Ehepaar aus Wunsiedel erhält sogar ungebetenen Besuch der Kripo.

Wunsiedel - An die hehre Absichten der Kripobeamten aus Hof glaubt Wolfgang F. aus einem kleinen Ort bei Wunsiedel noch immer nicht. Es ist einige Tage nach den Terroranschlägen des 11. Septembers 2001, als die beiden Zivilbeamten an der Wohnungstür des Ehepaares F. klingeln. Es ist nur Zerina, Wolfgangs Frau daheim. Die Beamten hätten sich erkundigt, ob die Familie von Nachbarn belästigt werde, weil sie doch eine muslimische Familie sind, erzählt Zerina. "Danach haben sie gefragt, wo sich mein Vater aufhält, und wann er wieder in Deutschland ist." Die junge Frau stammt aus dem Libanon, und ihr Vater war zu jener Zeit, als die Türme in New York fielen, im Urlaub in seinem Heimatland. Für Wolfgang F. ist klar, "dass die Polizisten nicht um uns oder Zerinas Vater besorgt waren. Die haben kontrolliert, ob wir Schläfer sind." Damals ärgerte sich der 1998 zum Islam konvertierte Handwerker über den Polizeibesuch. "Wir Muslime sind nach den Anschlägen in den USA alle unter Generalverdacht geraten. Da hatte es die Polizei sogar nötig, sich unter einem Vorwand Zutritt zu unserer Wohnung zu verschaffen."

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