Montag, 15. August 2011

Ursula Caberta greift Jürgen Fliege, Nena, Hape Kerkeling und die Esoterikszene an

Ursula Caberta hat ein neues Betätigungsfeld gefunden, die Warnung vor dem boomenden Esoterikmarkt. In ihrem neu erschienene Buch "Schwarzbuch Esoterik" sieht sie u.a. den Grund für den florierende Esoterikbranche bei den Prominenten die sie als Werbeträge dafür sieht. Die vielen Prominenten würden ihre spirituellen Höhenflüge "herumposaunen", glaubt Caberta.

Der Popsängerin Nena hält Caberta mit ihren "spirituellen Ausflügen" für ein Aushängeschild der Esoterikszene. "Wenn Nena ihre Hüpfmeditation propagiert, was immer das auch sein soll, und von Spiritualität redet, ist doch klar, dass Menschen, die sie gut finden, in die Fänge von irgendwelchen Anbietern geraten können."


Hape Kerkeling der sich als "Buddhist mit christlichem Überbau" bezeichne wirft Caberta vor, dass dies viele verunsicherte Menschen darin befeuere, sich ihre eigene Religion zusammenzubasteln.


Dem Ex-TV-Pfarrer Jürgen Fliege wirft Caberta vor er sei "ohne Hemmungen vom evangelischen Pastor zum Esoteriker mutiert". Caberta hatte ihn kritisiert weil er ihrer Meinung nach seine Prominenz nutzen würde, um mit fragwürdigen Essenzen und Raumtrocknern Geschäfte zu machen.

Jürgen Fliege verteidigte sich in einer Stellungnahme auf seiner Homepage „gegen die Tatsache, dass er mit diesem Gerät wieder einmal in die Nähe der Scientologen gestellt wurde“. Die Ziele der Scientologen seien nicht seine Ziele, so Fliege. Dennoch mache es ihm keine Mühe, Scientologen gegenüber tolerant zu bleiben, auch wenn diese Haltung in Deutschland nicht mehrheitsfähig sei. „Ich spreche schließlich auch mit Katholiken, Juden und Muslimen, und wenn sie gute Ware haben, kaufe ich bei ihnen ein. Die meisten Deutschen haben ja auch den letzten Film mit Tom Cruise gesehen!“

„Flieges Segen kostet nichts!“

„Trotz der vernichtenden Anschuldigungen wolle er nicht ausgrenzen, sondern im Dialog bleiben, sagte Fliege der „Evangelischen Zeitung“. „Flieges Segen kostet nichts!“, konterte er in dem vorab veröffentlichten Interview den Vorwurf, ein schlichtes Heilwasser für 39,95 Euro anzubieten. Es handele sich um ein auf dem Markt längst erhältliches Produkt in homöopathischer Tradition, sagte Fliege. „Wenn ich darauf Segensgebete spreche, klingt das nur für evangelische Ohren fremd.“

Auch Weihwasser unterscheide sich von Leitungswasser „nur über die darüber gesprochenen Gebete“. Überdies sei auch Weihwasser nicht kostenlos. Nur würden diese Kosten „indirekt und an anderer Stelle kassiert, nämlich bei der Kirchensteuer“. Die „Fliege-Essenz“ sei nicht teurer als das Originalprodukt des Herstellers „Dr. Niedermaier Pharma“. Er habe bislang 136 Flaschen verkauft, von denen er „irgendwas unter fünf Euro“ erhalte: „Wirtschaftlich war es also ein Griff ins Klo.“

Fliege greift nun seinerseits Sektenkennerin Caberta an: „Dass Frau Caberta mit Hilfe des Hamburger Senats, also mit Steuergeldern, Menschen wegen ihres Glaubens diffamiert, tut mir am meisten weh“, so der Pastor zur Nachrichtenagentur dpa.
n-tv 10.08.2011

Ursula Caberta kritisiert auch die Kirchen. Ihrer Meinung nach würden sich die Kirchen zu wenig von esoterischen Gruppen oder fundamentalistischen Christen distanzieren.

Lademann-Priemer (Evangelische Kirche) widerspricht Caberta, er sieht die Evangelische Kirche als Großbetrieb und sagt:

dass da an den Rändern manches gedeihe, was anderen nicht gefalle, sei logisch, befruchte aber auch den Meinungsaustausch.

Die Forderung Cabertas, Kirche und Staat müssten sich des Themas annehmen und in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext diskutieren, kann Lademann-Priemer nicht nachvollziehen. Die Sektenbeauftragten der Kirchen berieten hilfesuchende Menschen, so die Pastorin zu stern.de, und der Staat sei ohnehin der Religionsneutralität verpflichtet. Eingreifen sollten Justiz und Politik nur, wenn im Namen esoterischer Weltanschauungen Betrüger oder Kinderschänder am Werk seien.
stern.de 11.08.2011

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