scientology-fakten.de 21.10.2010
Zur Beantwortung der Frage, wie Religion und Religionsausübung in der heutigen pluralistischen Gesellschaft definiert werden sollten, haben Religionswissenschaftler die grundlegenden Merkmale aller Glaubensrichtungen untersucht; man ist auch der Frage nachgegangen, ob und wie sich diese Faktoren in Scientology manifestieren.
Viele glauben, daß sie die Antwort auf die Frage „Was ist eine Religion?" bereits kennen. Die persönliche Definition ist von Mensch zu Mensch verschieden und ist fast immer von seinem persönlichen religiösen Erbe und seinen persönlichen Erfahrungen geprägt. Doch die Geschichte lehrt uns, daß genau dieser Umstand dazu beitrug, daß es die Kreuzzüge geben konnte, die Spanische Inquisition, Jahrhunderte des Blutvergießens in den Niederlanden und anderswo in Europa oder auch die jahrelangen Unruhen in Nordirland.
Heute führen restriktive Definitionsansätze zum Religionsbegriff im allgemeinen zwar zu weniger gewalttätigen, letztlich aber zu gleichermaßen destruktiven Formen der Diskriminierung und zu anderen Menschenrechtsverletzungen, ganz besonders gegen Mitglieder neuer oder fremder Glaubensrichtungen.
Jahrhundertelang gingen westliche Denker das Thema einzig und allein aus der Perspektive der jüdisch-christlichen Tradition an. Dieser Ansatz fußte auf zwei fundamentalen und zusammenhängenden Lehrsätzen: zum einen auf dem Glauben an die Existenz eines personifizierten Schöpfergottes, der von den Menschen getrennt ist und über ihnen steht, und zum anderen darauf, daß des Menschen höchstes Tun die Verehrung dieses Gottes, das Bittgebet und die Ehrfurcht vor ihm sei. Wenn ein Glauben diese Doktrinen nicht enthielt, wurde er nicht als religiös betrachtet.
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