Freitag, 30. Juli 2010

Menschenrechte: Straßburg verurteilt Polizei-Folter in Moskau

Focus.de 29.07.2010

In einem Urteil des Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte ist Moskau angewiesen worden einem Opfer von Polizeifolter eine Entschädigung in Höhe von 105.000 Euro zu bezahlen. Gleichzeitig wurde das geringe Strafmaß für die Täter gerügt.

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat Moskau wegen besonders brutaler Folter eines Festgenommenen durch Polizisten verurteilt. Die Straßburger Richter bemängelten am Donnerstag zugleich, dass die Peiniger nur geringfügige Sanktionen erhielten, was ihnen ein Gefühl der „Straflosigkeit“ vermittelt habe. Der russische Staat habe damit nicht deutlich gemacht, dass solche Taten „unakzeptabel“ seien, heißt es in dem Urteil.

Der damals 34 Jahre alte Mann war im Januar 2001 festgenommen und eines Polizistenmordes bezichtigt worden. Während der Verhöre wurde er wiederholt brutal gefoltert, unter anderem mit Elektroschocks und Stockschlägen. Polizisten hängten den Mann an den Armen auf, sprangen mit Stiefeln auf seinem Brustkorb herum, schlugen ihn auf den Kopf und drohten mit vorgehaltener Pistole, ihn zu töten. Sie wollten damit ein Geständnis erpressen. Der Russe wurde vier Monate später freigelassen. Der wahre Mörder wurde später identifiziert.

weiterlesen...