campus.lvz-online.de von Georg Spielberg
Hare Krishna, Ufologen, Scientology: Abseits der großen Glaubensgemeinschaften gibt es eine enorme Vielfalt an religiösen Bewegungen. Deren Publikationen werden am Institut für Religionswissenschaft der Universität Leipzig gesammelt. Es ist das bundesweit einzige Hochschularchiv dieser Art.
Die Dokumentationsstelle „Religiöser und weltanschaulicher Pluralismus in Deutschland“ ist nicht leicht zu finden. Am Hauseingang in der Schillerstraße hängt kein Hinweisschild und die Mitarbeiterin der Bibliothek im Hochparterre kann auch nicht weiterhelfen. Nach etwas Suchen und Fragen findet sich der Kellerraum, wo unter breiten Backsteinbögen in vier Regalreihen Veröffentlichungen mit verheißungsvollen Titeln wie „Behütet von Liebe“, „Der Weg zur Gesundheit“ oder „Wahres Licht“ lagern – herausgegeben von unterschiedlichen weltanschaulich-religiösen Gruppierungen, darunter Propheten, Heiler und fundamental-christliche Splittergruppen ebenso wie atheistische Vereinigungen.
Drei Computerarbeitsplätze gibt es in dem engen Raum. Unter einem winzigen Fenster hängt an der Wand ein Stadtplan, auf dem mittels Pinnwand-Nadeln die Niederlassungen von drei Dutzend Religionsgemeinschaften im Stadtgebiet markiert sind. „Der Plan zeigt aber nicht mehr den neuesten Stand“, sagt Jörg Albrecht. Der 32-jährige Doktorand der Religionswissenschaft hat die Dokumentationsstelle während seines Magisterstudiums betreut.
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