Samstag, 7. August 2010

Zeugen Jehovas wollen Radio- und TV-Programm

taz.de 13.07.2010

Paragraf 17 solls richten

Von der Straße in den Rundfunk: Die Zeugen Jehovas fordern Sendezeit bei der Deutschen Welle. Verbreitete Religionen sollen dort laut Gesetz "angemessen berücksichtigt werden".

Nicht immer vertreiben sich die Zeugen Jehovas ihre Zeit damit, in nahezu angenehmer Unaufdringlichkeit in Fußgängerzonen ihren "Wachtturm" anzupreisen. Das Missionieren kann durchaus auch andere Züge annehmen.

So landete dieser Tage beispielsweise ein ungewöhnliches Begehr der Zeugen auf dem Tisch von Erik Bettermann. Der Intendant der Deutschen Welle (DW), dem Auslandsrundfunk der Bundesrepublik, möge ihnen doch bitte Sendezeit gewähren, so wie die DW-Radio- und Fernsehkanäle das doch auch für die katholische und evangelische Kirche tun. Mit anderen Worten: Die Zeugen Jehovas wollen Programmplätze okkupieren.

In der Bonner Sendezentrale der Welle sorgt das Schreiben für Verwunderung. Der Leiter der Intendanz, Johannes Hoffmann, sagte taz.de: "Es ist das erste Mal, dass eine solche Anfrage an die Deutsche Welle herangetragen wurde." Es handele sich deshalb auch "um einen Präzedenzfall, der eingehend geprüft wird". Nun nehmen sich also erst einmal Juristen der Sache an.

Die Zeugen stützen sich auf das Gesetz der Deutschen Welle, die, anders als ARD und ZDF, nicht von Gebühren, sondern von Steuern lebt. Wichtig für die tüchtige Glaubensgemeinschaft ist der Paragraf 17, der die Sendezeiten für Dritte regelt. Die Deutsche Welle muss demnach der evangelischen und katholischen Kirche sowie der jüdischen Gemeinde auf Wunsch Programmplätze bieten - für Gottesdienste, aber auch für "sonstige religiöse Sendungen". Andere "über das gesamte Bundesgebiet verbreitete Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts" müssen zudem "angemessen berücksichtigt werden".

weiterlesen...


Presseschau zum Thema
Sendezeit für Jehovas Zeugen bei der Deutschen Welle? evangelisch.de 15.07.2010

1 Kommentare:

  1. Na endlich, wird jedem denkenden und religiös mündigen Menschen die Möglichkeit gegeben sich rein informativ mit dieser exotischen Religion zu beschäftigen!
    Sonst sind die Menschen sehr offen und wissbegierig aber wenn es um Religion geht, da bleibt jeder bei seinem NATIONALGERICHT.
    Wie heisst es so schön, probieren geht über studieren.
    Es kann natürlich sein, das es einem zu salzig, dem anderen zu fad schmeckt, aber eins ist sicher:

    NUR DEM MUTIGE ÖFFNEN SICH NEUE HORIZONTE

    AntwortenLöschen