domradio.de 18.05.2010
Die schwarze Madonna mit dem Kind ist umgeben von einem Wirrwarr aus Gaben und Symbolen verschiedener Kulturen. Whisky-Flaschen finden sich auf dem Altar ebenso wie indianische Schlangen und christliche Heilige. Nur eines der Exponate der Berliner Ausstellung über die Vodou-Religion in Haiti.
„Bis 1991 war der Vodou in Haiti illegal“, erklärt die haitianische Völkerkundlerin Rachel Beauvoir-Dominique. „Die christlichen Attribute boten jedoch eine willkommene Tarnung für die Religionsausübung.“ Da im Vodou-Glauben Gott eine Frau sei, die von 401 Geistern repräsentiert werde, habe sich die christliche Gottesmutter Maria für die zentrale Position auf dem Altar geradezu angeboten. „Jeder Vodou-Tempel ist auch ein Museum“, erläutert Beauvoir-Dominique, die selbst als Vodou-Priesterin tätig ist.
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