kukksi.de 03.04.2010
KUKKSI-EXCLUSIV
Hamburg / Berlin. Am Mittwoch wurde der Scientology-Film “Bis nichts mehr bleibt” in der ARD ausgestrahlt. Kukksi geht dem Thema nach: Während sich die Diskussionsrunde “Hart aber fair” am Mittwoch zur Schmuseveranstaltung zwischen dem Scientology-Pressesprecher Jürg Stettler und Moderator, sowie evangelischer Pfarrer Jürgen Fliege entwickelt hat, haben wir nachgefragt: Wir führen Interviews mit Scientology-Aussteigern, welche nächste Woche wahrscheinlich schon veröffentlicht werden. Kukksi hört sich jede Seite an und hat auch um eine Stellungnahme von Scientology gebeten, die wir von der Vorsitzenden der Scientology Kirche Berlin, Sabine Weber, bekommen haben. Sabine Weber war am Mittwoch im ORF2 direkt nach dem Spielfilm im Fernsehen zu sehen.
Der Film zu Scientology hat eine neue Debatte in Deutschland ausgelöst. Scientology steht derzeit massiv in Kritik, Bayern strebt ein Verbotsverfahren der Organisation an. Aktuell gibt es in der Bundesrepublik noch keine Mehrheit für ein Verbot für Scientology, doch räumte der bayerische Innenminister ein, dass dies im Kreise der Innenminister wohl wieder zur Diskussion stehen wird. Das Drama “Bis nichts mehr bleibt”, das am Mittwochabend einem Millionenpublikum gezeigt wurde, hat vielerorts Diskussionen ausgelöst und versucht, die Gefahren nahezubringen.
* Stellungnahme zum ARD-Film “Bis nichts mehr bleibt”
1. Zunächst einmal zieht sich die Darstellung von Scientologen als grinsende, gefühlskalte und lieblosen Robotter durch den gesamten Film. Es wird suggeriert, dass unsere Mitglieder im Laufe ihres Erlösungsweges stetig an Kälte und Gefühllosigkeit hinzugewinnen, während ihr Lächeln zunehmend festfriert. Dies ist ein direkter Angriff auf die Menschenwürde sämtlicher Scientologen und ich halte ihn für zutiefst menschenverachtend. Kein Scientologe würde sich einer solch faschistoiden und gefühlskalten Gemeinschaft auch nur eine Sekunde lang anschließen.
2. In dieses menschenverachtende Menschenbild passt auch die Darstellung, dass Kindern jede Liebe verweigert wird und diese in der Folge ebenfalls zu kleinen Robottern verkommen. Auch hier handelt es sich um eine überaus bösartige und menschenverachtende Suggestion. Die Liebe zu einem Kind und die kindgerechte Behandlung ist ein Schlüsselfaktor im Umgang mit ihnen. Es ist Teil unserer Lehre, Kinder mit dem GLEICHEN RESPEKT zu behandeln, wie einen Erwachsenen, d.h. dass man sie ernst nimmt, ihre Ängste, ihre Gefühle und ihre Bedürfnisse. Hubbard war strikt gegen die Erziehungsmethoden der Vergangenheit, bei denen man dazu tendierte Kinder wie “kleine Hunde” abzurichten. Er wollte Kinder mit Liebe und Respekt behandelt sehen, wobei man ihre Freiheit und Selbstbestimmung so wenig wie möglich einschränkt.
3. Alle Auditing-Prozesse und Übungen im Film sind verfälscht dargestellt und hätten in dieser Form keinerlei Nutzen für irgendjemanden, im Gegenteil. Es bestehen gewisse Ähnlichkeiten mit tatsächlichen Übungen, mehr jedoch nicht.
4. Im Auditing wird niemals geschrieen. Auditing funktioniert nur bei absolutem Vertrauen zwischen den beiden beteiligten Personen. Dazu gehört auch menschliche Wärme. Alle Informationen werden grundsätzlich vertraulich behandelt. Ein Verstoß gegen diese Regel wird disziplinarisch schwer geahndet und kann zum Ausschluss aus der Kirche führen.
5. Kritik mit konkreten Angaben wird in Scientology als konstruktiv angesehen und eben NICHT abgelehnt. Es gibt in jeder Kirche mindestens fünf Anlaufstellen, an die man sich bei Beschwerden wenden kann und soll. Die kontinuierliche Reform innerhalb der Kirche gehört ebenso zu unserem Glaubenskonzept, wie bei dem Erlösungsweg eines Einzelnen.
6. Die Geschichte, auf der dieser Film basieren soll, hat sich komplett anders zugetragen. Sehen Sie dazu unsere Dokumentation unter www.scientology-tv.de. Tatsächlich bilden die Weltanschauungs- und Sektenbeauftragten den Hauptfaktor, warum Konflikte innerhalb von Familien entstehen, die sich scheinbar NICHT mehr lösen lassen, so auch im Falle der Familie von Rönn. In dem Moment als sich Ursula Caberta einschaltete bildeten sich unüberwindbare Fronten, die dazu führten, dass das Familiengericht das Sorgerecht schließlich der Mutter zusprach und die Familie vollständig zerbrach.
Der vollständige Artikel kann hier nachgelesen werden.
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