Flagge DänemarksVon Stephan Hebel FR-online.de 26.02.2010
Eines muss man den Dänen lassen: Wie man die Auseinandersetzung um Islam und Islamismus auf keinen Fall führen sollte, das führen sie seit Jahren beispielhaft vor.
Es begann vor vier Jahren mit dem PR-Gag der Zeitung Jyllands-Posten: Als gezielte und unverhohlene Provokation der dänischen Muslime druckte sie die mittlerweile berühmten Mohammed-Karikaturen. Das Blatt hatte die Freiheit dazu, und gegen jeden, der den Abdruck verbieten wollte, mit Gewalt protestierte oder gar einen Zeichner bedrohte, wurde diese Freiheit mit Recht verteidigt. Aber was erlaubt ist, muss nicht klug sein. Der Abdruck war dumm, weil er die Auseinandersetzung mit dem Islamismus durch Provokation ersetzte.
Die Dummheit pflanzt sich seitdem fort, und sie verschont keine der streitenden Parteien. Zeitungen drucken die Karikaturen mit Heldengeste nach, obwohl es viel mutiger wäre, sich dem Dialog mit den Muslimen zu stellen. Und nun setzt das Blatt Politiken noch einen drauf, sozusagen von der anderen Seite, und entschuldigt sich für eben diesen Abdruck.
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