Auszüge aus dem Artikel Affären, Fehlschläge, aber auch Erfolge (Berliner Zeitung) vom 23.10.200
BERLIN, 22. Oktober. Mit Kritik hat das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) von Beginn an leben müssen. Zeitweise, vor allem in den Jahren 1989 und 1990, wurde seine Existenzberechtigung massiv angezweifelt. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks habe die Institution ihre wichtigste Aufgabe verloren und sei damit überflüssig geworden, meinten damals etwa Sozialdemokraten und Grüne. Ostdeutsche Bürgerrechtler forderten, die Bundesregierung solle dem Beispiel der DDR folgen und den Verfassungsschutz, dieses "Produkt des Kalten Krieges", wie die Stasi "ersatzlos auflösen"...
Der erste Präsident Otto John, ein Mann des Widerstandes gegen das Nazi-Regime, besaß ihr besonderes Vertrauen.
Im Juli 1954, zehn Jahre nach dem gescheiterten Attentat auf Hitler, setzte sich John unter nicht restlos geklärten Umständen nach Ost-Berlin ab und ließ sich dort für eine Kampagne gegen die Bundesrepublik einspannen. Ende 1955 kehrte er zurück und wurde zu vier Jahren Zuchthaus verurteilt...
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