Montag, 21. Dezember 2009

Westfälischer Präses befürwortet Senderechte für andere Religionen im Rundfunk

Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß; Quelle: idw-online.de

Auszüge aus dem Artikel Rundfunk: Westfälischer Präses befürwortet Senderechte für andere Religionen (Jesus.de) vom 13.10.2009

Der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, befürwortet Verkündigungssendungen auch nicht-christlicher Religionen im Rundfunk.

Die Radiosender müssten ein Interesse daran haben, etwa mit muslimischen Sendungen andere Hörerschichten zu gewinnen, sagte Buß am Montagabend auf einer Podiumsdiskussion mit deutschen Auslandskorrespondenten in Jerusalem. Er verwies auf das Beispiel jüdischer Sendungen zur Eröffnung des Sabbats im WDR.

«Es muss uns auch darum gehen, Muslime herauszuholen aus Koranschulen und Hinterhöfen hin zu öffentlichen Schulen und Universitäten», betonte der Theologe in der Diskussion unter der Überschrift «Wieviel 'multikulti' verträgt eine Stadt?». Deshalb sei die evangelische Kirche für islamischen Religionsunterricht in deutscher Sprache und unter staatlicher Aufsicht an öffentlichen Schulen. Ebenso sollten an deutschen Universitäten Imame ausgebildet werden. «Es darf keine Hierarchisierung der Religionen geben», sagte Buß, der zurzeit mit einer Delegation der westfälischen Kirchenleitung Israel und die Palästinensergebiete bereist.

Nach Auffassung von Sebastian Engelbrecht, ARD-Hörfunkkorrespondent in Tel Aviv, sollten die Medien mehr «Brücke sein zwischen den Kulturen und Religionen». Sie sollten sich auch als Forum für Integration verstehen und mehr Zuwanderer in die Redaktionen holen, sagte er. Engelbrecht plädiert für ein islamisches «Wort zum Freitag» im Fernsehen und muslimische Morgenandachten im Radio. Die Kirche könne hier Vorreiter sein, indem sie Sendeplätze abgebe: «Die Kirche müsste Interkulti machen, indem sie auf diese Weise nicht-christlichen Religionen die Hand reicht.»


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