
Noch vor ein par Tagen konnte man der Presse entnehmen, dass die 'Deutsche Bischofskonferenz' eine wachsende Zahl an Austritten aus der katholischen Kirche beklagt. Der Vorsitzende Robert Zollitsch äußerte sich auf der Herbstvollversammlung der Bischofkonferenz in Fulda, dass im vergangenen Jahr 120.000 Katholiken ausgetreten sind. Im Jahr 2007 seien es noch rund 93.000 gewesen. „Das ist schmerzlich für uns“, sagte der Erzbischof, der für das kommende Jahr mit bis zu zehn Prozent weniger Einnahmen an Kirchensteuern rechnet.
Nicht nur in Deutschland kämpft die katholische Kirche mit Kirchenaustritten. Im Nachbarland Polen, wo die Mitgliedschaft in der katholische Kirche 94,5 % der Bevölkerung ausmacht, haben sich die Zeiten geändert.
Hat die katholische Kirche noch früher eine Aufgabe, sich nämlich dem Sozialismus entgegenzustellen und den Menschen Sinn und Halt gegeben, scheint dies nicht mehr so zu sein, denn immer mehr junge Polen treten aus der Kirche aus. Dazu habe ich eine Beschreibung einer TV-Sendung vom So 19.10.08 19:00(rbb online)die sich mit Kirchenaustritte in Polen beschäftigt. Dazu möchte ich einen Auszug der Beschreibung der Sendung veröffentlichen.
Zbigniew Kaczmarek
Ich bin seit 40 Jahren Atheist, also für mich war das keine plötzliche Entscheidung auszutreten. Es war nur so, dass ich es für anständig hielt: wenn ich schon nicht am kirchlichen Leben teilnehme, wenn ich de facto also nicht Mitglied der Kirche bin, dass ich dann auch ganz formal alle Verbindungen mit der Kirche löse. Ich wollte nicht länger einer von diesen „statistischen Katholiken“ sein. Und so habe ich mich zum Kirchenaustritt entschlossen.
Hier ist mein Pfarramt. Dort wollte ich dem Pfarrer meinen Austrittsantrag überreichen, es sollte ja alles seine Ordnung haben.
Doch Zbigniew Kaczmarek wohnt in Olecko, einer Kleinstadt in Masuren. Ein Austritt aus der Kirche, das war für den Pfarrer wohl undenkbar.
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